Segen für Palmzweige und Ostergaben

Wegen der Corona-Krise sind in den Kar- und Ostertagen
keine öffentlichen Gottesdienste.
Somit ist auch am Palmsonntag keine kirchliche Segensfeier
für die Palmzweige und an Ostern
keine kirchliche Segensfeier für die Ostergaben.
Es gilt, alles zu vermeiden, damit sich der Virus ausbreiten kann.

Wir möchten Sie einladen, zuhause an diesen Tagen,
Palmzweige und Ostergaben zu segnen.
Nehmen Sie sich dafür – allein, als Paar
oder zusammen mit ihrer Familie – Zeit.
Vielleicht können Sie auch dieses Gebet sprechen,
das wir Ihnen an die Hand geben wollen.

Was bedeutet der Segen?

Gläubige vertrauen darauf, dass Gott alles richten wird, wenn er sie segnet. Sie bitten ihn um Schutz und Begleitung in schwierigen Lebensphasen. Die Zusage Jesu nach seiner Auferstehung an die Jünger gibt Gläubigen auch heute noch Kraft und Zuversicht: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20)

Das Wort „Segen“ stammt vom lateinischen „signare“ – bezeichnen, im Sinne von besiegeln – auch: das Zeichen des Kreuzes machen.

Wenn Eltern ihre Kinder segnen, etwa beim Verlassen des Hauses oder vor einer Klassenfahrt, zeichnen sie ihnen oft ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Sie stellen sie damit unter den Schutz Gottes.

Auch, wenn man ein neues Brot anschneidet, machen Christen ein Kreuzzeichen auf das Brot. Sie erinnern sich daran, dass das Brot ein Geschenk aus Gottes Schöpfung ist und zeigen so, dass sie Gott vertrauen und sich unter dem Schutz Gottes sehen.

Auf Latein heißt segnen „benedicere“, was so viel wie „gut sprechen„, jemanden loben oder preisen heißt. Ein Segen erfolgt mit Worten und mit Gesten, wie etwa der Handauflegung, dem Kreuzzeichen und der Besprengung mit Weihwasser.

Segnen kann übrigens jede und jeder. Dazu hat Jesus die Menschen nicht zuletzt in der Bergpredigt aufgefordert: „Liebt eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen, segnet, die euch verfluchen“ (Lk 6,27-28). Die Aufgabe, auch einander zu segnen, ergibt sich aus der Teilhabe am Priestertum Christi.

Der Segen ist allgegenwärtig – auch in unserer Umgangssprache. Menschen wünschen einander ein gesegnetes Fest, eine gesegnete Mahl-zeit, Glück und Segen für ein besonderes Ereignis. Ein altes Sprichwort sagt, dass „sich regen Segen bringt“. Die bayerische Grußformel „Pfüat d“ oder „Pfüat di Gott“ heißt „Gott behüte dich“. Im rheinischen „tschö“ oder „tschüs“ steckt ursprünglich „Adieu“ oder „Adios“ drin: Gott befohlen.

Im Grunde segnen Menschen einander täglich, auch wenn sie sich dessen oft nicht bewusst sind.

So dürfen wir auch selbst ein Segenswort über einen Palmzweig oder über die Ostergaben sprechen.

Segensfeier am Palmsonntag

Vorbereitung:

Basteln Sie sich einen Palmzweig.
Unter www.katholisch.de/artikel/153-freudiger-empfang-und-dunkle-vorahnung finden Sie eine Bastelanleitung als Video.
Legen Sie den Palmzweig – evtl. auf ein Tuch – vor sich oder in die Tisch-Mitte.
Evtl. haben Sie auch Weihwasser zur Hand.

Einführung:

Heute ist Palmsonntag.
Wir Christen erinnern uns, dass Jesus in Jerusalem eingezogen ist
und die Menschen voller Freude und Jubel, Zweige
von den Sträuchern gerissen haben und Jesus bejubelt haben.
Mein / Unser Palmzweig ist heute ein besonderes Zeichen der Bereitschaft, mit Jesus zu gehen.

Segensgebet:

Guter Gott,
mit Christus und auf ihn zu
bin ich / sind wir durch die Fastenzeit gegangen.
Mit ihm möchte ich / möchten wir
weiter durch mein / unser Leben gehen.
Segne diesen Zweig.

Mit dem Daumen wird ein Kreuzzeichen über den Zweig gemacht.
Evtl. wird mit dem Weihwasser der Zweig besprengt.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Das Grün des Zweiges zeigt mir / uns
dass ich meine / wir unsere Hoffnung auf IHN setze/n:
auf Jesus Christus,
durch den wir deine Nähe und Liebe erfahren haben.
Er ist unser Herr,
jetzt und in Ewigkeit.
Amen.

Evtl. kann aus der Bibel noch das Palmsonntags-Evangelium Mt 21, 1-11 gelesen werden.

Segensfeier an Ostern

Vorbereitung:

Stellen Sie die Ostergaben (Brot, Eier, Fleisch, Salz, Osterlamm, …)
in einem Korb auf den Tisch.
Evtl. haben Sie auch Weihwasser zur Hand.

Einführung:

Jesus Christus ist auferstanden.
Wir Christen feiern das heute. Das Leben hat über den Tod gesiegt.
Wir dürfen ein Mahl feiern und so Stärkung zum Leben erfahren.
Diese Ostergaben sind Gaben der Schöpfung –
Gaben, damit wir leben können.

Segensgebet:

Guter Gott,
du hast Jesus Christus zum Leben erweckt.
Er ist seinen Jüngern erschienen und hat mit ihnen gegessen.
Lass mich / lass uns erahnen und erfahren,
dass ER mich / uns mit hineinnimmt
in dieses unendliche auferstandene Leben.
Segne alle diese Ostergaben.

Mit dem Daumen wird ein Kreuzzeichen über die Ostergaben gemacht.
Evtl. wird mit dem Weihwasser die Ostergaben besprengt.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Brot und Fleisch, Eier und Salz, das Osterlamm …
zeigen mir / zeigen uns, dass uns die Kraft zum Leben
geschenkt ist, durch ihn, der den Tod besiegt hat:
Jesus Christus,
durch den wir deine Nähe und Liebe erfahren haben.
Er ist unser Herr,
jetzt und in Ewigkeit.
Amen.

Evtl. kann aus der Bibel noch das Oster-Evangelium Joh 20, 1-9 gelesen werden.